Wiecker Holzklappbrücke

Der sich seinen Charakter als kleines Fischerdorf bis heute bewahrende Greifswalder Stadtteil Wieck liegt idyllisch am Nordufer der Mündung des Flüsschen Ryk in die Dänische Wieck, einem Teilbereich der Ostseebucht Greifswalder Bodden. Um den am südlichen Ufer gelegenen Kloster-Ort Eldena erreichen zu können, der bis zur Eingemeindung (1939) nach Greifswald, wie Wieck auch, eine selbständige Gemeinde gewesen ist, wurde 1887 die Wiecker Holzklappbrücke unter der Leitung von Schiffbaumeister August Spruth gebaut. Die bald als Wahrzeichen von Wieck geltende Holzkonstruktion, für die niederländische Vorbilder Pate gestanden hatten, ersetzte den bis dahin üblichen Fährverkehr zwischen Wieck und Eldena.

Die etwas mehr als 55 m lange und 7,50 m breite Zugbrücke lässt nach dem durch Muskelkraft der Brückenwärter bewirkten Auseinanderklappen der Brückenhälfen eine Durchfahrt von 10,7 m Breite frei. Die heute als technisches Denkmal geschützte, weiß angestrichene Brücke wird von neun Uhr am Morgen bis zum Einbruch der Dämmerung jeweils zur vollen Stunde (außer am Mittag) geöffnet. Im Winterhalbjahr erfolgt der durchschnittlich 15minütige Brückenzug lediglich bei Bedarf. Für den Übergang über eine der ältesten aktiven Holzklappbrücken weltweit wird ein Brückenzoll von 50 Cent erhoben.

Problematisch für die kleine Brücke wurde die im Verhältnis zur verkehrstechnisch eher gemütlichen Zeit des wilhelminischen Kaiserreichs massiv angewachsene Belastung durch den modernen Kraftfahrzeugverkehr. Seit 2001 dürfen die Brücke deshalb nur noch Fußgänger und Radfahrer sowie Anwohner-Kraftfahrzeuge passieren.

Die Wiecker Brücke war zu DDR-Zeiten mehrmals Kulisse für Film-und TV-Produktionen: Die 1968 hier gedrehte DEFA-Musikkomödie „Heißer Sommer“ (Hauptdarsteller: Chris Doerk, Frank Schöbel) gilt als Kultfilm der damaligen DDR-Jugendgeneration.

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