Historisch-Technisches Museum Peenemünde

Die kleine Gemeinde Peenemünde auf der Ostseeinsel Usedom hat ein bedeutendes Museum vorzuweisen: das Historisch-Technische Museum Peenemünde.
Die ehemalige Heeresversuchsanstalt gehörte in den Jahren 1936 und 1945 zu den modernsten technologischen Zentren weltweit. Von hier wurde sogar im Jahre 1942 die erste Rakete der Welt ins All geschossen. Die hochtechnologischen Entwicklungen dieser Zeit verfolgten jedoch nur das Ziel militärische Überlegenheit zu erreichen. Zahlreiche KZ-Häftlinge und Kriegsgefangene schufteten hier für die Massenproduktion von Raketen, die später zum Beschuss vieler europäischer Städte eingesetzt wurden und tausenden Menschen das Leben kosteten. Die Ausstellungsfläche des Historisch-Technischen Museums beträgt 5000 Quadratmeter. Auf dieser Fläche zeigen Dokumentationsfilme, Zeitzeugeninterviews und Dokumente die Entwicklung der ersten militärischen Großrakete. Ein weiterer Ausstellungsteil beschäftigt sich mit der Weiterentwicklung nach dem zweiten Weltkrieg, der zivilen Raumfahrt und dem „Kalten Krieg“.

Weiterhin ist das Kraftwerk der ehemaligen Versuchsanstalten ein Ausstellungsgegenstand. Seine typische NS-Architektur, die Dimensionen des Geländes sowie eine große Anzahl an originalen Exponaten veranschaulichen deutlich den damaligen technischen Standard.

Die angrenzende Denkmallandschaft Peenemünde mit seinem ausgeschilderten Rundweg beherbergt noch ein zweites historisches Bauwerk: das Sauerstoffwerk Peenemünde. Es diente der Herstellung von flüssigem Sauerstoff, der wiederum als Treibstoffkomponente für die Raketen genutzt wurde. Die technischen Anlagen wurden von der Sowjetunion nach 1956 demontiert. Die Ruine des Werkes wird zurzeit gesichert und für Besucher zugänglich gemacht.
Daneben bietet das Historisch-Technische Museum Peenemünde Führungen und Audioguides an, verfügt über einen Museumsshop und vermietet Veranstaltungsräume. Gelegentlich werden Sonderausstellungen geboten. Darüber hinaus bietet das Museum Seminare und Workshops an, die sich an Wissenschaftler und Pädagogen richten. Auch und besonders Schulklassen profitieren von diesen Veranstaltungen.

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