Die Feuersteinfelder auf Rügen

Die Schmale Heide, deren traumhafter Sandstrand von Binz bis fast hinauf an den Südzipfel Jasmunds reicht, birgt in ihrem Hinterland unweit der Ortschaften Prora und Mukran eine geologische Rarität europaweiten Ranges. Mitten im Wald trifft man hier auf gewaltige Mengen von Feuersteinen – Feuersteinfelder, wie man sie sonst nur direkt unterhalb der Kreideküste findet.

Außergewöhnlich an dieser „Steinernes Meer“ genannten Heidelandschaft ist vor allem die eigentümliche Stimmung, wenn man nach einem entspannten Waldspaziergang unvermittelt auf 14 bis zu 4 Meter hohe Feuersteinwälle trifft und von fern noch die Ostsee rauschen hören meint. Wissenschaftler gehen davon aus, dass vor ungefähr 3.500 bis 4.000 Jahren schwere Sturmfluten Unmengen dieser Feuersteine aus dem Meer auf dem damaligen Brandungssaum ablagerten.

Schon seit 1935 steht das Gebiet unter Naturschutz. Das Geröll ist von Heidekraut, Hagebutten- und Wacholderbüschen unterbrochen und während man über die Steinwälle läuft, erspäht man sicher den einen oder anderen „Hühnergott“ und tun sich immer wieder neue Blicke in die Natur auf. Kenner entdecken so seltene Pflanzenarten wie den Sonnentau, den Knabenschuh, das Wollgras oder sogar Orchideen. Und wer besonderes Glück hat, begegnet den scheuen Mufflons, die hier Mitte des 19. Jahrhunderts und von 1975 bis 1990 ausgesetzt wurden, um den Pflanzenbewuchs kurz zu halten.

Festes Schuhwerk und ein Proviantrucksack empfohlen!

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