Das Güstrower Schloss

Die Hauptsehenswürdigkeit des mecklenburgischen 30.000-Einwohner-Städtchens Güstrow ist sein prächtiges Schloss – das Güstrower Schloss. Das zu den bedeutendsten Profanbauten im norddeutschen Raum zählende Bauwerk geht auf eine mittelalterliche Burganlage der Güstrow und Umgebung bis ins 15. Jahrhundert regierenden Fürsten von Werle zurück. Nach dem Aussterben des Werle-Fürstengeschlechts fielen Land und Burg schließlich an die Schweriner Linie der Herzöge von Mecklenburg, die die Burg zu ihrer Nebenresidenz machten.

Sein heutiges repräsentatives Aussehen bekam das Güstower Schloss als Folge von Bränden, die die alte Burg schwer beschädigt hatten. Herzog Ulrich III. ließ zwischen 1558 und 1567 vom Baumeister Franz Parr West- und Südflügel errichten. Im Auftrag von Ulrichs Nachfolger ergänzte Architekt Philipp Brandin das Schloss zwischen 1587 und 1591 durch den Neubau von Nord- und Ostflügel. 1670/71 wurde das Schloss durch die Errichtung der Schlossbrücke und des Torhauses im Stil des Frühbarocks vervollständigt. Im 30jährigen Krieg residierte Feldherr Albrecht Wallenstein, der mit Mecklenburg belehnt worden war, in Schloss Güstrow. Heute dient das in den 1970er Jahren aufwendig restaurierte Schloss als ein der Öffentlichkeit zugängliches Museum, nachdem es vorher unter anderem durch die Nutzung als Kaserne, Gefängnis und Altersheim sowie durch Leerstand baulich erheblich gelitten hatte.

Die vier Flügel des hell verputzten, türmchenreichen Backsteinbaus mit der asymmetrischen Westfassade und den hohen Giebeln bilden einen nahezu geschlossenen Innenhof mit Schatten spendenden Laubengängen. Besonders beeindruckend wirken auch der stuckgeschmückte, von der bildlichen Darstellung von Jagdszenen dominierte Festsaal und die zum architektonischen Ensemble gehörenden Renaissance-Gärten. Im Schloss sind umfangreiche museale Ausstellungen zu besehen, die wertvolle Waffen-, Kunst- und Glassammlungen präsentieren.

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